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Liquidiätsbericht

Alles fließt. Dauerregen seit 4 Tagen. Was macht Anpassungskünstler Simon? Er verflüßigt auch soviel er kann.

Dünnschiss. Kommt es vom Regenwasser das er in Massen trank? Oder von den 4 Kilo Pflaumen die er mit etlichen Litern Pflaumensaft runterspülte? vielleicht war es auch die Medizin mit dem komischen Spanischen Namen, die er sich zu Gemüte führte. Aber das erscheint alles eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist alle mal ,das die Zahnfee ihre Finger im Spiel hat, aus Boshaftigkeit.
Heute hab ich mich zusammengerissen hab die ganze Heizkohle gegessen und hab mein Examen ohne An-Be-Ver-und Zer-schiss durchgestanden. Das Ergebnis hab ich noch nicht, aber das entscheidet basically ob ich aufgenommen werde an der Uni. Meine Uni sieht ein bißchen aus wie ein vor 10 Jahren aufgelassenes Krankenhaus in dem sich dann Hausbesetzer eingenistet haben. Mir gefällts und ich hab schon einigen aufs Maul hauen müssen die meine Uni gedisst haben (meistens Frauen und Kinder, wenn man Glück hatte beides zugleich, 2 Fliegen mit einer Streitaxt).

Mein Erzfeind bzw. Endgegner hier heißt Ned. Ich teile ein Bad mit ihm und ich habe ihn im Verdacht dass er mein Shampoo verwendet. Bald habe ich Beweise, und dann werde ich ihm die Haare die er mit meinem Shampoo shamponiert hat abnehmen müssen. Das wird ihm eine Lehre sein.

Ansonsten wohnen hier noch Frauenzimmer. Ich koche besser als beide, vor Wut. Ich glaube sie versuchen immer wieder mit mir zu sprechen, aber ich kann sie einfach nicht hören. Wenn nur diese Kopfhörer nicht wären, ständig hab ich diesen Krach im Ohr. Von wegen Musik, das ist doch Krach. Krach sag ich euch. Ich werde wohl Lippen lesen lernen müssen. Letztens hat mir eine der beiden einen Brief geschrieben, endlich mal Komunikation. Da standen aber nur unverständliche Einzelwörter drauf. Keine koherenten Sätze. Irgendwas von wegen "Miete" und dann kryptische Zahlencodes, ich bin noch am Tüfteln was das bedeuten soll. Ich schätze mal ein Kompliment an mich, ich habe nämlich einmal das Fenster geschlossen als es regnete, das werden sie mir wohl nie vergessen.

Auf der Uni sind alle viel gescheiter als ich, von 2 gleichen Socken angefangen bis zur richtigen Stifthaltung, alles passt. Einschüchternd.

 

Ich muss jetzt weiterziehen , alle schauen mich schon wieder mit ihren schrägen Gesichtern und ihren sich lautlos bewegenden Mündern an, daweil hätten sie weit wichtigeres zu tun, denn hinter ihnen brennt ein Feuer im Wohnzimmer. Naja,

ich versteh sie eben nicht, diese Amerikaner. Was soll man machen?

Rosario

Buenos Aires , du Nacht meiner schlaflosen Träume, ich verlasse dich aber ich komme wieder! Der Name ist nämlich nicht Programm, die Luft in B.A. ist wirklich extrem schlecht das merkt man erst so richtig wenn man mal rauskommt! Rosario ist jedenfalls viel kleiner und ruhiger, liegt an einem Flußdelta mit vielen kleinen Inseln mit Stränden etc.

Trotzdem ziemlich wenig Touristen, interessanterweise waren von den wenigen Nichtargentinieren in meinem Hostel 2 Wienerinnen dabei.

Ich hab mich aber mehr an die Argentinier gehalten, die versteh ich auch besser. Ein crazy Chilene war auch dabei, aber der war crazy.

Gereist bin ich jedenfalls gemeinsam mit einem Deutschen Compadre namens Pablo, ein schlauer Junge der erst beim Thema Bier so richtig in Fahrt kommt. Auf jeden Fall sehr unkompliziert und unterhaltsam.

Der Hostelchef war ein etwa Mitte-Ende 50 jähriger Pothead, ein sehr gemütlicher Mensch wie man sich vorstellen kann.

Eines Abends war weggehen angesagt, ich stelle mich an in einer 2 Block langen Schlange zum Club und wundere mich in welchem Film ich gelandet bin, denn es stehen außer mir und Pablo keine Männer in dieser Schlange. Das hat uns aber nicht weiter zum Nachdenken gebracht, wir dachten nur, Überschuss an Frauen ,logisch, warum auch nicht, schließlich sind Frauen in Mode.

Dann aber der Schlag ins Gesicht, die Realität ist Männer und Frauen werden getrennt eingelassen weil es sonst zu viele Probleme gibt (nebenbei bewegt sich die Frauenschlange wesentlich schneller). Also ab in die Männerschlange, eine hässliche Würgepythonklapperbrillenschlange. Aber sehr hässlich.


Schließlich im Club, ganz spaßig, ein bißchen verrückt, Frauen stellen sich hin warten darauf angesprochen zu werden, und zwar so plump wie möglich, Soziologisch gesehen sehr interessant. Ich muss mich noch gewöhnen an die leicht machistischen Ansätze.

 

Schlafen im Hostel war jedenfalls schwer, Party bis in die Morgenstunden, dann 2-3 Stunden Ruhe bis es wieder lautstark losgeht. Also war der Task tagsüber oft einen Schlafplatz in der Stadt oder am Strand zu finden, aber ein nicht ganz unangenehmer Lebenswandel.

Eine zutiefst Patriotische Stadt ist dieses Rosario. Sie haben ein riesiges Denkmal für den Flaggenerfinder, der aus dieser Stadt kommt (wie auch che guevara, der aber kaum aufscheint). Das ganze erinnert ein bißchen an Prunkbauten aus dem 3. Reich, mit Griechischen Mythosfiguren, heroischen Symbolen, und übertriebenen Proportionen.

Jetzt bin ich jedenfalls Back to Buenos und das ist auch angenehm, in der eigenen Wohnung. Aber das finde ich angenehm. st mir auch nicht unangenehm.In der Wohnung.

Komisch,anders,verschiedentlich.

Im Vergleich zwischen zwei Dingen gibt es immer die Möglichkeit Geimeinsamkeiten oder Unterschiede aufzuzeigen. Man kann also auch Äpfel mit Birnen vergleichen. Heute widme ich mich den kleinen Dingen die unterschiedlich sind die einem so auffallen an diesem Ort!

Die Sache mit der Telekommunikation

Viele Menschen haben statt einem Handy eine Art Walkie Talkie, oder eine Mischung zwischen Handy und Walkie Talkie ,denn auf den ersten Blick sieht es nicht anders aus und man wundert sich nur warum die Leute so umständlich reinsprechen! Das ganze sieht ziemlich peinlich aus, dafür kann man sich an sehr lauten Orten und davon gibt es reichlich immer noch unterhalten. Aber so kann man jetzt schon beide Seiten belauschen.

Fazit: Praktisch,eigenwillig,leicht peinlich.

 

Die Sache mit dem Geld

Der Größte Schein (100 Peso =20 Euro) kann nur sehr selten gewechselt werden, und wenn es funktioniert dann trotzdem mit einem unguten vorwurfsvollen Gesichtsausdruck. Wieso tust du mir das an?! Hast dus nicht kleiner? Ich weiß du hast was kleineres!Der Bankomat spuckt meistens nur hunderter aus.

Fazit: Nervig, aber auch abenteuerlich auf eine Art, weil man nie weiß ob man bezahlen kann obwohl man Geld hat.

 

Die Sache mit dem Kleingeld

Da sind dann noch die Monedas, sehr begehrt! Denn im Bus kann man nur mit Kleingeld bezahlen und man kann sich nirgends vorher ein Ticket kaufen. Kein Kleingeld, kein Bus. Kioske schreiben meistens groß "No Monedas" . Wechseln ist also meist nicht. Da heißt es immer taktisch einkaufen, so bezahlen dass man möglichst viel Kleingeld zurückbekommt. Ich glaube es gibt einen Schwarzmarkt auf dem man Münzen erstehen kann. Anfangs bin ich einmal ohne Münzen in den Bus eingestiegen, was sehr zum Gelächter einiger Fahrgäste beigetragen hat. Aber der Busfahrer hatte ein Herz, er hat nicht allzu fest zugetreten und den Wagen vorher zum stehen gebracht.

Fazit: Schatzsuche modern. Auch nervig, alles was mit Geld zu tun hat, scheinbar.

 

Die Sache mit den Geschäften

In vielen Geschäften, vor allem Bäckereien, Konditoreien etc. gibt es ein umständliches System. Zuerst muss man eine Nummer ziehen ( wenn man das nicht weiß kommt man nie dran), dann bestellt man etwas , und bekommt eine Rechnung, manchmal auch das bestellte , und muss zur Kassa gehen und bezahlen, wo man dann die Ware bekommt, wenn man sie nicht schon hat.

Fazit: Fair, eigenwillig,umständlich.

 

Das waren mal ein paar Ausschnitte aus dem täglichen Lebensumständen, ich stehle mir hier wertvollen Erzählstoff.
Aber ich kann eh kaum mehr deutsch reden!

Espero el mejor para todos! Hasta luego!